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Konzept der Berufswahlvorbereitung

Die an der Praxis orientierte Zuordnung zur Wirtschafts- und Arbeitswelt ist ein charakteristisches Merkmal der Realschule. Notwendig für eine selbstbestimmte Berufswegplanung ist nicht nur eine Vermittlung von Kenntnissen (z. B. über die Veränderungen in der Arbeits- und Berufswelt), sondern auch die Entwicklung von Entscheidungskriterien und Alternativen sowie der Aufbau von Handlungskompetenzen.

Das Berufswahl-Konzept ist fächerübergreifend und fächerverbindend, insbesondere in der Zusammenarbeit der Fachbereiche Politik, Sozialwissenschaften, Deutsch und weiterer Fächer. Das gesamte 9. Schuljahr ist durchzogen mit Inhalten der Berufswahlvorbereitung der Schüler und wir halten uns als Schule dabei an den zeitlichen Ablauf der Bewerbungszeiträume und den Schülerinteressen. Dabei gliedert sich die Berufswahlvorbereitung in folgende Abschnitte:         

  • Vorbereitung eines Eintagespraktikums in der achten Jahrgangsstufe (Girlsday, „Schnuppertag“ im Betrieb)
  • Das Schülerbetriebspraktikum
  • Das Anfertigen eines Praktikumberichtes
  • Besuch des Berufsinformationszentrums und individuelle Berufs-beratung
  • Arbeitswelt und Bewerbung
  • Information über weiterführende Schulen

Das Schülerbetriebspraktikum - an der Realschule am Buchenberg im Jahre 1981 für die Klassen 9  als Bestandteil der Berufswahlvorbereitung eingeführt - stellt als „Lernen vor Ort“ eine besondere Verbindung von Schule und außerschulischen Einrichtungen (Arbeitswelt) dar. Die Praktikumsstellen werden von den Jugendlichen selbständig ausgesucht.

Durch die Vor- und Nachbereitung im Politikunterricht erhält das Schülerbetriebspraktikum einen zukunftsweisenden Stellenwert bei Schülern, den betreuenden Lehrern und den beteiligten Betrieben. Die Jugendlichen erfahren zum ersten Mal sich selbst unter Arbeitswelt-bedingungen  und erhalten Gelegenheit, über ihre Berufswahl kritisch zu reflektieren. Lehrer greifen beratend ein und erleben ihre Schüler unter den Praktikumsbedingungen kurz vor ihrem Schulabgang von einer ganz neuen Seite. Die Betriebe profitieren davon, im Praktikum zukünftige potentielle Lehrlinge kennenzulernen.  Die Kooperation Schule - Betrieb bereitet die Ausbilder auf die Abgangsjahrgänge vor und bietet der Schule Orientierung im unterrichtlichen  Bereich.

Durch das Anlegen eines detaillierten Praktikumsberichts setzen sich die Schüler reflektiv mit ihrem Erleben der Arbeitswelt auseinander. Nicht selten stellt ein Praktikant für sich selbst fest, dass die getroffene Berufswahl nicht ganz den Vorstellungen entsprach. So kann vor dem Berufseinstieg Fehlentscheidungen vorgebeugt werden; meistens werden Schüler in ihrer Wahl bestärkt. Oft geht von den Praktikumserfahrungen ein spürbarer Motivationsschub aus. Die Zensur der Praktikumsmappe geht in die Halbjahreszensur für das Fach Politik ein.

 

Bei einem Besuch im Berufsinformationszentrum in Rheine erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über die Vielzahl der anerkannten Ausbildungsberufe der verschiedenen Berufsfelder. Neben den Politiklehrern steht ihnen hier auch die zuständige Berufsberaterin des Arbeitsamtes mit Rat und Tat zur Seite. Die Berufsberaterin  bietet  Einzelgespräche in der Schule an, die vor allem nach dem Praktikum, wenn die Schüler direkt vor der Berufswahlentscheidung stehen, gerne angenommen werden.

Im späteren Schuljahresverlauf werden im  Deutschunterricht  in dieser Jahrgangsstufe Texte zur Arbeitswelt behandelt. In diesem Fach lernen die Schüler/innen, wie der formale Aufbau eines Bewerbungsschreibens auszusehen hat. Auch Angaben zum Lebenslauf und Rollenspiele, wie man sich bei einem Bewerbungsgespräch benimmt (hierzu werden oft Videoaufzeichnungen hergestellt), gehören zum Unterrichtsinhalt.

Arbeitsethische Themen werden in dieser Jahrgangsstufe in den Fächern Praktische Philosophie und Religion aufgegriffen.

Nicht zuletzt erfolgt für die Schüler ein Einführungs- und Informationsabend über das Angebot der weiterführenden Schulen  und schulische Aus- und Weiterbildungskonzepte. Diese Informationen  bieten all jenen Zukunftsorientierung, die sich nicht für einen betriebliche Ausbildung entschieden haben.

 
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