Tschad
(République du Tchad, Djumhuriyat Tchad)
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Hauptstadt: N’Djamena ca. 760.000 Einw.(Stadt) bzw. 1,52 Mio. Einw. (Agglomeration) |
Quelle: Wikipedia
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Tschad: Hintergrundinformationen zum Land
Der Tschad besitzt fast die vierfache Fläche von Deutschland und liegt im Herzen von Afrika. Die Weltöffentlichkeit hat von diesem so großen und so zentral gelegenen Staat trotz dessen noch nicht viel gehört. Vermutlich, weil es dort keinen medienwirksamen Krieg oder Bürgerkrieg gab, keine plötzlichen Schrecknisse – aber doch Bürgerkrieg genug, als dass das Land anderweitig Aufsehen hätte erregen können. Es ist ein klimatisch sehr trockenes Land und die Sahara dehnt sich ständig weiter in den Süden aus. Diese Wüstenbildung wird verschärft, da zunehmend die Baumbestände für Feuerholz abgeholzt werden. Trotzdem ist der Tschad ein sehr buntes Land.
In Tschad leben etwa 10 Millionen Menschen. Die Hälfte dieser Menschen ist 16 Jahre alt und jünger. Der Zugang zu Bildung und Zukunftschancen ist für die Mehrheit der Bevölkerung darum von herausragender Bedeutung. Die Bevölkerung setzt sich aus etwa 200 ethnischen Gruppen zusammen, mit mehr als 100 verschiedenen Sprachen: Während sie im Norden und in Zentraltschad mehrheitlich dem muslimischen Glauben (insgesamt ca. 51 Prozent) angehört, ist der Süden vor allem durch christliche (35 Prozent) und animistische (sieben Prozent) Religionszugehörigkeit geprägt. Neben Französisch und Arabisch als offiziellen Landessprachen wird im Süden des Tschad außerdem Sara gesprochen.
Seit der Unabhängigkeit von Frankreich 1960 kam es immer wieder zu Unruhen; Auseinandersetzungen gab es vor allem zwischen den muslimischen Nomaden im Norden, die in der vorkolonialen Zeit im Lande dominant gewesen waren, und den von den Europäern christianisierten Bewohnern des Südens, aus denen sich u.a. durch das in der Kolonialzeit eingeführte Bildungssystem eine Elite herausbildete, der auch der erste Präsident des Tschad entstammte.
Die Wirtschaft ist vor allem von der Landwirtschaft geprägt, mineralische Rohstoffe sind nicht vorhanden bzw. nicht erschlossen. 90% der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Laut dem Weltentwicklungsbericht 2006 schließt nur jedes vierte Kind die Grundschule ab. Das Land ist auch nach der Autonomie noch in neokolonialer Abhängigkeit geblieben, was die eigenständige wirtschaftliche Entwicklung behindert hat. Der Staat ist im Tschad sehr schwach ausgebildet, so gibt es so gut wie kein staatliches soziales Netz.
Der Großteil des Geldes, den der Staat durch die Entdeckung von Erdölfeldern im Süden einnimmt, wird für Waffen ausgegeben. Dieser Umstand hat zur Folge, dass es sehr viele Waffen im Lande gibt und es seit der Unabhängigkeit ständig zu Bürgerkriegen kommt, was leider vor kurzen wieder geschehen ist und worunter vor allem die Bevölkerung extrem zu leiden hat. Dürreperioden und Bürgerkrieg haben aus dem Tschad ein bitterarmes Land gemacht.
Unser Partnerdorf Koumaye liegt ganz im Süden des Landes, wo all jene angesprochenen Probleme in unterschiedlich starkem Ausmaß auch die Bewohner dieser Region berühren.
Im Tschad befindet sich das höchste Gebirge der ganzen Sahara: der Tibesti, eine zerklüftete Vulkanlandschaft. An den Sandsteinschichten haben Passatwinde Felstürme und -tore geformt. Doch zu viel steht einer touristischen Bekanntheit dieses großartigen Gebirges im Wege, nicht zuletzt die kartographisch nicht erfassten Minenfelder im Gebiet des Tibesti an der libyschen Grenze.
( Quelle: „Afrika e. V. )
Wie kam die Realschule am Buchenberg in den Tschad ?
Bereits vor einigen Jahren hatte unsere Schule versucht einen Kontakt zu dem afrikanischen Staat Tschad aufzubauen. Es war die Zeit vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, dem Jahr des Wintermärchens.
Vielfältige Aktionen und Projekte hatten das Großereignis in Deutschland flankiert, u. a. ein von dem Institut für Friedenspädagogik initiiertes Projekt „Fair Play for Fair Life“, an dem unsere Schule neben weiteren rund 200 Schulen aus ganz Deutschland teilnahm. Jede Teilnehmerschule sollte für ein Land, das im Fußball-Weltverband organisiert ist, eine Art „Botschafterrolle“ übernehmen. Natürlich war sofort eines klar: Brasilien, Argentinien, Frankreich oder – na ja - vielleicht noch Italien sollte es sein, auf jeden Fall ein fußballerisches Spitzenland. Nein, es kam ganz anders – uns wurde per Losentscheid der Tschad zugewiesen.
Aber was war der Tschad?
Wer wusste schon etwas von diesem Land, von der dortigen politischen Situation, den geografischen oder wirtschaftlichen Gegebenheiten? Unser Wissensstand war diesbezüglich relativ bescheiden.
Das sollte sich bald ändern, denn wir beschäftigten uns nun bis zur Fußball-Weltmeisterschaft mehr als 1 ½ Jahre lang intensiv mit dem Tschad, unserem Partnerland. Im Rahmen des Projektes waren wir ja nun die offiziellen „Botschafter“ des zentralafrikanischen Staates.
Dies galt für die Aufgabe als Fußball-Vertretung bei regionalen wie auch bundesweiten Wettbewerben, aber neben dem sportlichen Bereich sollten sich unsere Schüler und Schülerinnen auch mit den politischen , sozialen und kulturellen Gegebenheiten des Landes auseinandersetzen und die Ergebnisse ihrer Arbeit der Öffentlichkeit vorstellen.
Darüber hinaus sollte bei dem Projekt der Gedanke des Fair Plays eine herausgehobene Rolle spielen. So sollten die Schüler z. B. erkennen, dass Fair Play nicht nur im Sport bedeutsam ist, sondern das Zusammenleben der Menschen maßgebend beeinflusst.
Im Verlaufe unserer Arbeit mit dem Thema Fair Play und unserer „Botschafterrolle“ lernten wir auch Herrn M. Daja kennen, der in Münster geschäftsführend den Verein „Afrika e.V.“ leitet und mit seinem Projekt „Afrika im Klassenzimmer“ den uns meist so fremden Kontinent etwas näherbrachte.
Von ihm haben wir auch Informationen über das Projekt „Dorfschule in Koumaye“ erhalten, dessen Anfang erst das Jahr 2005 war.
Diese so genannte Dorfschule bestand eigentlich 2005 noch aus einer einzigen „Strohhütte“ , die die Schüler vor der Sonne oder dem Regen schützen sollte. Nach fast jeder Regenzeit musste die Strohhütte bisher neu gebaut werden.
Ein Konzept stand dabei stets im Vordergrund, das Hilfe von außen nur als eine Übergangslösung ansah. Das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ stand bei allen Überlegungen im Vordergrund. Die Bewohner der Region um Koumaye sollten nicht in eine weitere Abhängigkeit von Geldgebern gebracht werden, sondern es wurde Eigenverantwortung und Mitarbeit bei den zu realisierenden Projekten erwartet. Mittlerweile steht das feste Schulgebäude mit seinen 3 Klassenräumen, auf dem Dach erzeugt eine Solaranlage Energie und ein Brunnen sorgt für sauberes Wasser.
All dies konnte auch nur geschaffen werden durch die finanzielle Unterstützung verschiedener Institutionen. Die Realschule am Buchenberg ist aus dem schulischen Bereich einer der wichtigsten Unterstützer dieses Projektes im Tschad, denn mit der Durchführung von so genannten Sponsorenläufen konnten bisher weit über 12 000 Euro nach Koumaye überwiesen werden. Geld, das auch weiterhin dringend benötigt wird.
In regelmäßigen Abständen besucht Herr Daja unsere Schule und berichtet den Schülern von den Fortschritte in der Dorfschule im Tschad. Aktuell hat Herr Daja seinen nächsten Besuch für den Monat November angekündigt.
Wer die Sponsoren-Aktionen unserer Schule unterstützen möchte, kann über den Förderverein der Schule unter dem Kennwort „Tschad“ Gelder (Spendenquittung ist möglich) dem Projekt Dorfschule zuweisen.Weitergehende Informationen zum Projekt sind gegebenenfalls über Herrn Birth möglich.








